EMDR
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Verarbeitung belastender und traumatischer Erfahrungen.
Man geht davon aus, dass das Gehirn grundsätzlich die Fähigkeit besitzt, Erlebnisse selbstständig zu verarbeiten. Unter bestimmten Umständen kann dieser natürliche Verarbeitungsprozess jedoch blockiert werden. Manche Erfahrungen sind zu viel, zu schnell oder zu überwältigend. Sie können nicht vollständig integriert werden und bleiben im Nervensystem gespeichert – oft unbewusst.
Später zeigen sich ihre Auswirkungen beispielsweise in Form von Ängsten, innerer Unruhe, wiederkehrenden Bildern oder Gedanken, körperlichen Symptomen oder tief verankerten, einschränkenden Glaubenssätzen.
EMDR setzt genau hier an. Durch gezielte bilaterale Stimulation – meist in Form von Augenbewegungen – werden beide Gehirnhälften abwechselnd aktiviert. Dieser Prozess unterstützt dein Gehirn dabei, festgehaltene Informationen neu zu verknüpfen und in einen verarbeitbaren Zusammenhang zu bringen. Erinnerungen verlieren dadurch ihre emotionale Überwältigung, ohne dass sie vergessen werden müssen.
EMDR wirkt direkt auf der Ebene des Nervensystems. Häufig entsteht im Verlauf eine spürbare Entlastung – emotional, gedanklich und körperlich. Das Erlebte darf seinen Platz finden, anstatt weiterhin unbewusst im Hintergrund zu wirken.
Für manche Menschen ist EMDR auch ein guter erster Schritt, insbesondere dann, wenn Unsicherheit oder Angst gegenüber Hypnose besteht. Während der EMDR-Arbeit bleibst du jederzeit wach, orientiert und im bewussten Erleben. Die Methode ermöglicht tiefe Verarbeitung, ohne dass du die Kontrolle abgeben musst, und wird deshalb oft als klar, stabilisierend und gut nachvollziehbar erlebt.
Veränderung geschieht nicht durch Druck, sondern durch Sicherheit, Vertrauen und ein behutsames Hinwenden. EMDR ist dabei eine unterstützende Methode – eingebettet in eine Begleitung, die dich ernst nimmt und dir Raum gibt, deinem eigenen Prozess zu folgen.